wasser und himmel

 

zu dir: wo tränen grenzen / ziehen - berühren sich / wasser und himmel. / fussspuren am ufer / zeichen zerfliessender /

zeit – wellen / überspülen den /morgen am meer.

 

blütenstaub (auf dem darß): im überdachten morgen / war der rauhreif /in das laub gekrochen. / weiß besäter holunder / unter den sternen. /
wie sterbend, atemlos / tanzen die zweige / zwischen den blitzen / des mondes / im nachtschattenhauch.
 

geheimnis: der harlekin singt die harmonien / seiner ungedeckten offenbahrungen. / sein lied begegnet den freunden
mit vertrauter stimme. / eine arglose umarmung – deine / fragende distanz. die abenddämmerung / spiegelt den morgen.

 

am meer II / die sonne / hat das abendrot / mitgenommen und mich / bedrängen die wogen der nacht.

 

tag & meer: wenn der traum / die nacht verlässt / stille von ufer zu ufer / sich landwärts wandelt
und mich wehrlos macht / gegen die berührung / von hand und haut. / wenn ich spüre, wie dieser hauch
von luft sich kaum erwärmt / zwischen uns – verlässt der traum / die nacht und manchmal: dich.

 

altes weiss: wo du bleibst am horizont in meiner nähe gerinnt der tag
im schattendickicht des mondes zu stummen wassern opheliens. /inselträume verharren in wellenbergen aus glänzendem eis und /
dein kleid aus südlicher nacht verhüllt meine verborgenen träume. / der tag verschwimmt. in seinem antlitz tanzt buntes laub. /
die antennen des herbstes tragen schlaflose lieder durch alle / nebel der tagschatten. ein anderes weiss schwimmt im erdenen /
raum. wo meere sich treffen begegnen sich horizonte.

 

flügel : stille ummantelt das haus am meer. / wolken entfernen sich landwärts. / wie kraniche ziehen auch wir
in ferne weiten und übeflügeln uns. / deine gartenwelt ist eingewebt
zwischen magnolien in gelbensande – / lanschaftsbilder gepflegt wie durchwuchert.
(hommage an hannah höchs gartenwelt, gotha 2007)

 

ein text: halb wer ich bin !
wer bist du nicht ? / sonnenmond – der nacht. / im labyrinth / verweilt / die zeit.

 

zeit: schneller leben / und langsamer sterben – / im labyrinth der belanglosen / worte. deine berührung
bleibt stumm. und wenn ich geh / halten die verwunschenen / fenster ausschau.

 

 

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